Aufruf gegen die Pflegereform 2026
Die Bundesregierung will bei Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen sparen. Wir lehnen die geplanten Einschnitte ab und legen sechs konkrete Verbesserungsvorschläge auf den Tisch. Diese Petition geht an die Bundesregierung, das Bundesgesundheitsministerium und den Gesundheitsausschuss des Bundestages.
2.847 Menschen haben bereits unterschrieben
4 Einschnitte, die Pflegebedürftige besonders treffen
Die Bundesregierung bereitet eine Reform der Pflegeversicherung vor. Hintergrund ist eine Finanzierungslücke von sechs Milliarden Euro. Die Umsetzung ist voraussichtlich zum 1. Januar 2027 geplant. Nach Berichten stehen u.a. vier Einschnitte zur Debatte:
Schärfere Schwellenwerte für Pflegegrade 1 bis 3
Die Hürden, einen Pflegegrad überhaupt zu erhalten, sollen angehoben werden. Das trifft genau die Menschen, die am Anfang der Pflegebedürftigkeit stehen.
Halbes Pflegegeld in den ersten drei Monaten
Pflegegeld und Entlastungsbudget sollen nach Erst-Einstufung in Pflegegrad 2 oder 3 in den ersten drei Monaten nur zur Hälfte ausgezahlt werden.
Streichung des Entlastungsbetrags bei Pflegegrad 1
Die einzige flexibel einsetzbare Hilfe für viele Angehörige soll bei Pflegegrad 1 weitgehend abgeschafft werden.
Verhinderungspflege wird vollständig gestrichen
Die wichtige Entlastung für pflegende Angehörige soll wegfallen. Das nimmt Familien die Möglichkeit, Pflegepausen, Krankheit oder Urlaub verlässlich abzusichern.
Die Mehrheit will keine Kürzungen. Die Politik plant sie trotzdem
gegen erschwerten Zugang zu Pflegegraden
gegen verschärfte Höherstufung
gegen halbierte Leistungen in den ersten Monaten
gegen Kürzungen bei Pflegegrad 1
Quelle: Sozialverband VdK, Befragung n = 2.352, Frühjahr 2026
Schon heute werden Pflegegrade zu niedrig eingestuft
Schon nach geltendem Recht werden Pflegegrade von Pflegekassen häufig zu niedrig eingestuft. Das zeigen offizielle Statistiken und unsere tägliche Praxis aus tausenden Fällen:
- 20 % aller Erstanträge werden abgelehnt. (Quelle: Bundesgesundheitsministerium)
- 30 % der Widerspruchsverfahren enden mit einer Höherstufung bei gleicher Sachlage.
pro Jahr verloren
So viel Geld kostet die falsche Einstufung von Pflegegrad 1 statt 2 eine Familie. Jeden Monat 347 Euro weniger Pflegegeld. Jahr für Jahr. Solange niemand widerspricht.
6 Verbesserungsvorschläge an die Bundesregierung
Auch wir sehen, dass die Pflegeversicherung Geld einsparen muss. Aber nicht so. Wir lehnen Einschnitte zulasten der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen ab und schlagen sechs konkrete Verbesserungen vor.
Keine schärferen Schwellenwerte
Wer pflegebedürftig wird, braucht Unterstützung. Höhere Hürden treffen pflegende Angehörige besonders hart und gefährden die Säule des Systems.
Kein halbes Pflegegeld
Genau in der Phase, in der Familien den Pflegefall organisieren, darf nicht gekürzt werden. Wir lehnen die Halbierung in den ersten drei Monaten ab.
Entlastungsbetrag reformieren, nicht streichen
Der Entlastungsbetrag braucht klaren Pflegebezug und eine Erweiterung auf Prävention. Streichen wäre der falsche Weg.
Qualifizierung statt Misstrauen
Statt Verwendungsnachweise beim Pflegegeld fordern wir verpflichtende Schulungen für pflegende Angehörige. Echter Mehrwert statt Bürokratie.
Verbrauchspflegemittel-Industrie beenden
Hier kann gespart werden. Die „Industrie der Pflegeboxen" leitet Versicherungsgelder in fragwürdige Geschäftsmodelle. Vollständige Streichung möglich.
Medizinischen Dienst ersetzen
30 % der Pflegegrade müssen im Widerspruch korrigiert werden. Statt MD-Begutachtung: frühe Feststellung über Hausarzt und elektronische Patientenakte.
Wir sehen jeden Tag, wie Familien an der Pflege zerbrechen
Pflegewächter setzt sich seit Jahren für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen ein. Wir überprüfen Pflegegrade. Und über unser Netzwerk von Anwälten erhalten Betroffene Unterstützung im Widerspruch oder einer Klage gegen die Pflegekasse, wenn der Pflegegrad falsch ermittelt wurde.
Was wir täglich sehen: Familien, die mit der Pflege kämpfen. Angehörige, die ihre Arbeit reduzieren, ihre Karrieren aufgeben, selbst krank werden. Pflegende Angehörige sind die Säule unseres Pflegesystems. Eine Reform, die genau dort kürzt, wo Familien ohnehin am Limit sind, geht in die falsche Richtung.
„Pflegende Angehörige sind der größte Pflegedienst Deutschlands. Wir erleben jeden Tag, wie sie monatelang gegen Pflegekassen kämpfen müssen, bis sie den Pflegegrad bekommen, der ihnen zusteht. Diese Familien verdienen Anerkennung und Unterstützung. Keine neuen Hürden."

Florian Specht
Rechtsanwalt und Gründer von Pflegewächter
Deine Stimme zählt
Mit deiner Unterschrift unterstützt du unsere sechs Verbesserungsvorschläge an die Bundesregierung.
Was bereits passiert ist
Die Pflegereform ist keine Diskussion mehr. Erste Schritte der Umsetzung laufen bereits. Und genau deshalb ist es wichtig, jetzt gemeinsam zu handeln.
Unser Papier wurde offiziell eingereicht
Pflegewächter hat seine Vorschläge offiziell beim Gesundheitskommission eingereicht, dem Expertengremium, das Reformimpulse für das Pflegesystem ausarbeitet.
Die geplanten Änderungen würden Familien hart treffen
Die aktuellen Reformvorschläge würden pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen stark belasten. Deshalb setzen wir uns für bessere Lösungen ein.
Unsere Partneranwälte haben eine Lösung, um Pflegegrade zu sichern
Die Einstufungskriterien für einen Pflegegrad werden verschärft. Unsere Partneranwälte haben einen Weg gefunden, wie Pflegegrade nach den niedrigeren Einstufungskriterien gesichert werden können, auch nachdem die neuen Hürden greifen.
Häufige Fragen - was du noch wissen solltest
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