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Pflegehilfsmittel in Deutschland: Wie man sie beantragt und welche Möglichkeiten es gibt

Pflegehilfsmittel erleichtern die Pflege, fördern Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen und reduzieren die körperliche Belastung der Pflegenden.

Inhalt


Pflegehilfsmittel sind Produkte, die pflegebedürftigen Menschen und ihren Pflegenden bei der häuslichen Pflege unterstützen. Sie dienen dazu, die Pflege zu erleichtern, die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen zu fördern und die körperliche Belastung für pflegende Angehörige zu reduzieren.



Die Bedeutung von Pflegehilfsmitteln für die Altenpflege

Pflegehilfsmittel spielen eine entscheidende Rolle in der Altenpflege, da sie dazu beitragen, die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren Pflegenden zu erhalten und sogar zu verbessern. Zudem können sie die häusliche Pflege effizienter und sicherer gestalten.


Verschiedene Arten von Pflegehilfsmitteln

Hilfsmittel für die Körperpflege und Hygiene / zum Verbrauch

Zu den Pflegehilfsmitteln für die Körperpflege und Hygiene gehören beispielsweise:

  • Bettschutzeinlagen,
  • Einmalhandschuhe,
  • Mundschutz,
  • Desinfektionsmittel
  • und Schutzschürzen.


Diese Produkte erleichtern die tägliche Pflege und sorgen für ein hygienisches Umfeld. Sie müssen auch vorhanden sein, wenn Sie durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt werden. Häufig übernehmen Pflegedienste aber die Abrechnung der Pflegehilfsmittel für Sie.


Pflegehilfsmittel für Mobilität und Alltagsbewältigung

In dieser Kategorie finden sich Hilfsmittel wie Pflegebetten, Gehhilfen, Rollatoren und Greifhilfen, die dazu beitragen, die Mobilität und Selbstständigkeit von Pflegebedürftigen zu erhalten oder zu verbessern.


Spezielle Pflegehilfsmittel für Menschen mit Demenz

Für Menschen mit Demenz gibt es spezielle Hilfsmittel, die auf ihre besonderen Bedürfnisse abgestimmt sind, z. B. spezielle Spiele oder Aktivitäten, die kognitive Fähigkeiten fördern.


Technische Hilfsmittel für Sicherheit und Kommunikation

Technische Pflegehilfsmittel, wie Hausnotrufsysteme, Pflegerufsysteme oder Kommunikationshilfen, erhöhen die Sicherheit und ermöglichen eine bessere Kommunikation zwischen Pflegebedürftigen und Pflegenden.


Finanzielle Unterstützung für Pflegehilfsmittel durch die Pflegekasse

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von bis zu 40 Euro pro Monat, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – Sie also mindestens Pflegegrad 1 haben. Diese Leistung ist in § 40 SGB XI geregelt.


Gut zu wissen:

Das Pflegegeld, das Pflegebedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad erhalten, um selbstorganisierte häusliche Pflege sicherzustellen, kann auch verwendet werden, um Pflegehilfsmittel zu finanzieren, die nicht von der Pflegekasse übernommen werden.


Beantragung von Pflegehilfsmitteln

Wer hat Anspruch auf Hilfsmittel für der Pflege?

Pflegebedürftige Personen mit einem anerkannten Pflegegrad haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Wert von 40 Euro monatlich, wenn sie zu Hause gepflegt werden.


Beantragung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch

Damit Sie Pflegehilfsmittel beziehen und die Kosten bei Ihrer Pflegekasse einreichen können, müssen Sie einen Antrag stellen. Hierfür bekommen Sie von Ihrer Pflegekasse den “Antrag auf Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch”, den sie ausfüllen und zurücksenden. Innerhalb von drei Wochen muss die Pflegekasse eine Entscheidung getroffen haben. Sollte Ihr Antrag abgelehnt worden sein, können Sie einen Widerspruch in Erwägung ziehen. Eine kostenlose Prüfung auf Erfolgsaussichten des Widerspruchs erhalten sie auf Anfrage per E-Mail bei unseren Partneranwälten unter anfrage@goodright-legal.de.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass pflegende Angehörige Pflegehilfsmittel zum Verbrauch beantragen können.

  1. Antrag bei der Pflegekasse stellen: Nutzen Sie das Formular Ihrer Pflegekasse oder stellen Sie einen formlosen Antrag. Geben Sie dabei an, welche Pflegehilfsmittel zum Verbrauch benötigt werden und warum diese notwendig sind.
  2. Genehmigung abwarten: Die Pflegekasse prüft den Antrag und teilt Ihnen die Entscheidung schriftlich mit.
  3. Hilfsmittel beziehen: Bei Genehmigung können Sie die Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat beziehen. Einige Anbieter rechnen direkt mit der Pflegekasse ab, sodass Ihnen keine Kosten entstehen.
  4. Quittungen aufbewahren: Bewahren Sie Quittungen und Rechnungen auf, falls die Pflegekasse diese zur Prüfung anfordert.


Beantragung von technischen Pflegehilfsmitteln und wohnumfeldverbessernden Maßnahmen

Für technische Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen ist ein gesonderter Antrag bei der Pflegekasse notwendig. Hierbei ist es wichtig, die Notwendigkeit und den Nutzen der beantragten Hilfsmittel und Maßnahmen ausführlich zu begründen. Die Pflegekasse prüft die Anträge und entscheidet über die Kostenübernahme.


Pflegehilfsmittelverzeichnis und Pflegehilfsmittelliste 2023

Die Pflegehilfsmittelliste 2023 ist eine Übersicht aller Pflegehilfsmittel, die von der Pflegekasse als zum Verbrauch bestimmt anerkannt sind. Diese Liste wird regelmäßig aktualisiert und umfasst alle Produkte, die im Rahmen der monatlichen Pauschale von 40 Euro erstattungsfähig sind.

Das Pflegehilfsmittelverzeichnis ist eine umfassendere Liste, die alle Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel enthält, die von der Pflegekasse im Rahmen der gesetzlichen Leistungen übernommen werden können. Diese Liste ist in Produktgruppen unterteilt und enthält auch technische Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.


Fazit – Pflegehilfsmittel in Deutschland

Pflegehilfsmittel sind essenziell, um die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren pflegenden Angehörigen zu erhalten und zu verbessern. Die Pflegekassen in Deutschland unterstützen pflegebedürftige Personen mit anerkannten Pflegegraden durch die Bereitstellung von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch im Wert von 40 Euro monatlich. Zusätzlich können technische Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragt werden, um die häusliche Pflege zu erleichtern.

Um diese Leistungen in Anspruch zu nehmen, sollten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Beantragung von Pflegehilfsmitteln bei der zuständigen Pflegekasse durchführen. Bei Genehmigung können die Pflegehilfsmittel direkt von den Anbietern bezogen und teilweise direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden.

Informieren Sie sich regelmäßig über Änderungen und Neuerungen im Bereich der Pflegehilfsmittel, insbesondere in Bezug auf die Pflegehilfsmittelliste und das Pflegehilfsmittelverzeichnis. So stellen Sie sicher, dass Sie stets die bestmögliche Unterstützung für Ihre häusliche Pflege erhalten.