Ein Schlaganfall kann das Leben von einem Moment auf den anderen grundlegend verändern. Neben den unmittelbaren gesundheitlichen Folgen stehen Betroffene und ihre Angehörigen oft vor der Herausforderung, sich im Dschungel der Pflegeversicherung zurechtzufinden. Dieser Artikel beleuchtet, was ein Schlaganfall ist, welche Pflegegrade (ehem. Pflegestufe) es gibt und wie man nach einem Schlaganfall den angemessenen Pflegegrad beantragt. 


Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall, medizinisch auch als Apoplex bezeichnet, tritt auf, wenn die Blutversorgung eines Gehirnbereichs unterbrochen wird und somit Hirnfunktionen ausfallen. Dies kann durch eine Blutgerinnselbildung (ischämischer Schlaganfall) oder eine Blutung (hämorrhagischer Schlaganfall) verursacht werden. Symptome können plötzliche Schwäche, Sprach- und Sehstörungen, Verwirrtheit und Lähmungen sein. Die schnelle medizinische Intervention ist entscheidend für das weitere Leben.


Um einen Schlaganfall rechtzeitig zu erkennen, gibt es den sogenannten FAST-Test. Mit diesem Test können Sie innerhalb kurzer Zeit einen Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen.

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Das F steht für Face. Eine Person, die einen Schlaganfall hat, könnte eine Halbseitenlähmung haben. Bitten Sie die potentiell betroffene Person daher zu Lächeln. Wenn beim Lächeln ein Mundwinkel herabhängt, spricht dies für einen Schlaganfall.

Das A steht für Arms. Um eine Lähmung auszuschließen, sollten Sie die Person bitten, ihre Arme mit nach oben gedrehten Handflächen nach vorne auszustrecken. Kann nur ein Arm gehoben werden, sinkt oder dreht sich ein Arm kann eine Lähmung nicht ausgeschlossen werden.

Das S steht für Speech. Dabei geht es darum herauszufinden, ob die Person normal sprechen kann oder eine Sprachstörung (z.B. verwaschene Stimme) vorliegt. Um dies zu testen, lassen Sie die Person einen einfachen Satz sagen.

Das T steht für Time, denn auf Zeit kommt es an. Zögern Sie nicht bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall den Notruf (112) zu wählen!

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall Hilfe


Wer ist besonders schlaganfallgefährdet?

Menschen mit hohem Blutdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Raucher haben ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Ebenso Personen, in deren Familiengeschichte es bereits Schlaganfälle gab (z.B. bei den Eltern oder Großeltern). Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Alkoholkonsum spielen ebenfalls eine Rolle.


Prävention: Wie kann man einem Schlaganfall vorbeugen?

Präventive Maßnahmen umfassen die Kontrolle von Bluthochdruck und Diabetes, eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, das Vermeiden von Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum sowie regelmäßige medizinische Check-Ups. 

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Einstufung in die Pflegegrade – wie funktioniert das?

In Deutschland ist das Pflegesystem in fünf Pflegegrade unterteilt, die darauf abzielen, Menschen mit Pflegebedürftigkeit finanzielle Unterstützung und Zugang zu notwendigen Pflegeleistungen zu bieten. Jeder Pflegegrad ist darauf ausgerichtet, individuelle Bedürfnisse zu verdeutlichen und Unterstützung zu finanzieren, die es den Betroffenen ermöglicht, ein würdevolles Leben zu führen und nach Möglichkeit den Gesundheitszustand zu erhalten oder wieder zu verbessern.

Pflegegrad 1 ist für Personen vorgesehen, die geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und ein wenig Unterstützung benötigen, um im Alltag zurechtzukommen.

Pflegegrad 2 richtet sich an Menschen mit erheblichen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Diese Stufe bietet bereits ein breiteres Spektrum an Unterstützungsleistungen, um den Alltag der Betroffenen zu erleichtern.

Pflegegrad 3 ist für Personen mit schweren Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit gedacht. Hier wird eine noch intensivere Betreuung und Unterstützung benötigt, die über das hinausgeht, was in den ersten beiden Graden angeboten wird.

Pflegegrad 4 ist für Personen mit schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit vorgesehen. In diesem Grad sind die Betroffenen in hohem Maße auf Hilfe angewiesen, oft rund um die Uhr.

Schließlich kennzeichnet Pflegegrad 5 die schwerste Stufe der Pflegebedürftigkeit, bei der besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung gestellt werden. Personen in diesem Grad benötigen eine umfassende Betreuung und spezialisierte Pflege, um ihren Alltag zu bewältigen.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Pflegegrad nach einem Schlaganfall realistisch ist, kann eine professionelle Einschätzung helfen.



Pflegebedürftigkeit nach einem Schlaganfall: Was ist möglich?

Die Einstufung in einen Pflegegrad nach einem Schlaganfall hängt maßgeblich von der individuellen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und den Fähigkeiten des Betroffenen im Alltag ab. Häufig hat eine Person nach dem Schlaganfall Anspruch auf einen Pflegegrad. Ein Schlaganfall kann vielfältige und tiefgreifende Auswirkungen haben, die von leichten Einschränkungen bis hin zu schweren Beeinträchtigungen reichen. Die möglichen Pflegegrade reflektieren diese Bandbreite an Auswirkungen.

Pflegegrad 1 könnte für Personen in Betracht kommen, die einen leichten Schlaganfall erlitten und nur leichte Beeinträchtigungen erfahren haben. Diese könnten in Form von geringfügigen Koordinationsproblemen, leichten Gedächtnisstörungen oder einer minimalen Einschränkung der Mobilität auftreten. Obwohl diese Personen weitgehend selbstständig im Alltag agieren können, benötigen sie gelegentlich Unterstützung, um ihre Lebensqualität zu erhalten.

Bei Pflegegrad 2 sind die Beeinträchtigungen bereits erheblicher. Personen mit diesem Grad haben nach einem Schlaganfall merkliche Schwierigkeiten, alltägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen. Dies kann Probleme bei der Körperpflege, der Nahrungsaufnahme oder der Mobilität umfassen. Die Unterstützung durch Pflegekräfte oder Angehörige wird regelmäßiger benötigt, um den Alltag zu meistern.

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Pflegegrad 3 wird Personen zugeordnet, die schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit erleiden. Hierzu zählen zum Beispiel anhaltende Lähmungserscheinungen, ausgeprägte Sprach- und Sprechstörungen oder schwere kognitive Einschränkungen. Diese Personen benötigen umfassende Unterstützung in fast allen Bereichen des täglichen Lebens und sind oft auf die Hilfe von Pflegepersonal angewiesen.

Personen, die in Pflegegrad 4 eingestuft werden, leiden unter schwersten Beeinträchtigungen ihrer Selbstständigkeit. Sie haben nach einem Schlaganfall mit gravierenden Folgen zu kämpfen, die eine kontinuierliche, rund um die Uhr Betreuung notwendig machen. Die Betroffenen sind in hohem Maße pflegebedürftig und benötigen intensive Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags.

Pflegegrad 5 ist für Personen vorgesehen, die die intensivste Form der Pflege benötigen. Diese Stufe wird vergeben, wenn nach einem Schlaganfall außerordentlich schwere und permanente Beeinträchtigungen vorliegen, die eine spezialisierte und hochgradig individuelle Pflege erfordern. Personen in diesem Pflegegrad sind in allen Lebenslagen auf Hilfe angewiesen und benötigen oft spezielle medizinische Betreuung und Überwachung.

Die Zuordnung zu einem spezifischen Pflegegrad nach einem Schlaganfall erfolgt durch eine detaillierte Begutachtung der individuellen Situation des Betroffenen. Diese Bewertung berücksichtigt die körperlichen, geistigen und emotionalen Auswirkungen des Schlaganfalls, aber auch anderer Leiden und zielt darauf ab, den Betroffenen die bestmögliche Unterstützung und Pflege zu gewährleisten. Wichtig zu erwähnen an dieser Stelle ist, dass nicht pauschal aufgrund eines Schlaganfalls ein Pflegegrad vergeben wird. In die Begutachtung zählen alle Faktoren mit ein, die die Selbstständigkeit beeinträchtigen.

Sollte bereits ein Pflegegrad vorhanden sein, der Mensch nach einem Schlaganfal aber noch mehr in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt sein, kann ein Antrag auf Höherstufung bei der Pflegekasse gestellt werden.

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Pflegegrad nach einem Schlaganfall beantragen

In Deutschland ist die Pflegekasse in der Regel an die jeweilige gesetzliche Krankenkasse des Antragstellers angegliedert. An diese muss die formelle Antragstellung des Pflegegrads erfolgen. Dies kann telefonisch oder schriftlich erfolgen. Um Fehler zu vermeiden und den Pflegebedarf vollständig darzustellen, können Sie den Antrag auch begleitet vorbereiten. Die Pflegekasse stellt na daraufhin Informationen und Formulare zur Verfügung, die für den Antrag benötigt werden. Es ist wichtig, alle geforderten Unterlagen sorgfältig und vollständig auszufüllen, um Verzögerungen im Prozess zu vermeiden. Eine weitere Möglichkeit ist die online Antragstellung über Pflegewächter. So müssen Sie auf keine Formulare der Pflegekasse warten, werden durch den Prozess geführt und kommen in kürzester Zeit zu Ihrem Ziel. Jetzt risikolos den Pflegegrad beantragen.

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Nach Eingang des Antrags bei der Pflegekasse wird ein Termin für eine Begutachtung durch einen externen Gutachter, wie den Medizinischen Dienst (MD) vereinbart. Der MD ist eine unabhängige Organisation, die im Auftrag der Pflegekassen die Pflegebedürftigkeit eines Menschen bewertet. Der Gutachter besucht den Antragsteller in der Regel zu Hause, um sich ein persönliches Bild von der Pflegesituation und dem Unterstützungsbedarf zu machen. Während dieses Hausbesuchs werden die körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten des Antragstellers beurteilt. Der Gutachter berücksichtigt dabei alle relevanten Aspekte der Pflegebedürftigkeit, einschließlich der Fähigkeit zur Selbstversorgung, der Mobilität und der kognitiven Funktionen.

Auf Basis dieser Begutachtung erstellt der MDK einen Gutachtenbericht, der eine Empfehlung für einen bestimmten Pflegegrad enthält. Dieser Bericht wird an die Pflegekasse weitergeleitet, die auf Grundlage der Empfehlung des MD über den Antrag entscheidet.

Schließlich erhält der Antragsteller einen Bescheid von der Pflegekasse, in dem über die Bewilligung oder Ablehnung des Pflegegrads informiert wird. Eine Bewilligung enthält detaillierte Informationen über den zugesprochenen Pflegegrad, die damit verbundenen möglichen Leistungen. Sollte der Antragsteller mit der Entscheidung nicht einverstanden sein, besteht die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. In diesem Fall wird der Fall erneut geprüft, und es kann zu einer erneuten Begutachtung kommen.

Der gesamte Prozess von der Antragstellung bis zum Erhalt des Bescheids kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung und Dokumentation. 


Warum ist es sinnvoll den Pflegegradantrag mit Pflegewächter zu stellen?

Mit Pflegewächter können Sie online, risikolos und in kürzester Zeit einen Pflegegrad bei Ihrer Pflegekasse beantragen. Sie werden durch den gesamten Prozess der Antragstellung begleitet und bekommen Hinweise zu Fristen und gegebenenfalls der Durchsetzung von Entschädigungszahlungen. So haben Sie alle wichtigen Termine auf dem Schirm.

Sollten Sie nach Entscheidung der Pflegekasse den Eindruck haben, dass diese Sie in einen zu niedrigen Pflegegrad eingestuft hat, oder Sie zu unrecht keinen Pflegegrad bekommen haben, können Sie direkt mit Pflegewächters Partneranwälten Widerspruch einlegen!


Leistungen der Pflegeversicherung: Das steht einem Menschen nach einem Schlaganfall zu

Hat die Pflegekasse einen Pflegegrad genehmigt, stehen Pflegebedürftigen verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung zu. Abhängig von den eigenen Bedürfnissen und dem Pflegegrad können Pflegebedüftige zwischen verschiedenen Formen der Pflege unterscheiden. Einerseits gibt es die häusliche Pflege, bei der zum Beispiel Angehörige oder ein ambulanter Pflegedienst die Pflege übernehmen. Pflegende Angehörige können verschiedene Leistungen von der Pflegekasse erhalten, allen voran das Pflegegeld, das Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 2 zusteht. Patienten nach einem Schlaganfall können, abhängig von der Schwere der resultierenden Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, rund um die Uhr Pflege und Betreuung und im Notfall schnelle Hilfe benötigen. In diesem Fall, kann die Unterbringung in einem Heim eine gute Lösung sein, damit die Pflege vollumfänglich sichergestellt werden kann.

Alles in allem bedeutet dies, dass die Pflege nach einem Schlaganfall unterschiedlich ausfallen kann. Die Stärke der Einschränkung der Selbstständigkeit ist ausschlaggebend für den Bedarf an Unterstützung. Tägliche Pflege und Betreuung kann sowohl in häuslicher als auch in stationärer Umgebung stattfinden, sofern der entsprechende Pflegegrad vorliegt. 


1
2
3
4
5
Pflegegrad 1
-
Pflegegrad 2
347 € p.M.
Pflegegrad 3
599 € p.M.
Pflegegrad 4
800 € p.M.
Pflegegrad 5
990 € p.M.
Pflegegrad 1
-
Pflegegrad 2
796 € p.M.
Pflegegrad 3
1.497 € p.M.
Pflegegrad 4
1.859 € p.M.
Pflegegrad 5
2.299 € p.M.
Pflegegrad 1
-
Pflegegrad 2
721 € p.M.
Pflegegrad 3
1.357 € p.M.
Pflegegrad 4
1.685 € p.M.
Pflegegrad 5
2.085 € p.M.
Pflegegrad 1
-
Pflegegrad 2
1.685 € p. a.
Pflegegrad 3
1.685 € p. a.
Pflegegrad 4
1.685 € p. a.
Pflegegrad 5
1.685 € p. a.
Pflegegrad 1
-
Pflegegrad 2
1.854 € p. a.
Pflegegrad 3
1.854 € p. a.
Pflegegrad 4
1.854 € p. a.
Pflegegrad 5
1.854 € p. a.
Pflegegrad 1
-
Pflegegrad 2
805 € p.M.
Pflegegrad 3
1.319 € p.M.
Pflegegrad 4
1.855 € p.M.
Pflegegrad 5
2.096 € p.M.


Tabelle: Leistungen nach Pflegegraden ab 2025


Fazit – Pflegegrad bei Schlaganfall

Ein Schlaganfall kann zu unterschiedlich starken Beeinträchtigungen führen, die eine Einstufung in einen Pflegegrad erforderlich machen. Die Pflegegrade in Deutschland reichen von 1 bis 5. Pflegebedürftige bekommen abhängig von der Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit einen Pflegegrad zugewiesen. Die Beantragung eines Pflegegrads erfolgt über die Pflegekasse des Betroffenen, und die Bewertung der Pflegebedürftigkeit übernimmt der Medizinische Dienst (MD), oder andere externe Gutachter.

Für Angehörige, die die Pflege übernehmen, gibt es Unterstützung in Form von Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Die Entscheidung, ob die Pflege zu Hause (ggf. mit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst) stattfinden soll oder stationäre Pflege in Anspruch genommen wird, hängt von individuellen Faktoren wie der Schwere der Beeinträchtigung, den Wohnverhältnissen und den persönlichen Präferenzen ab. Es lässt sich nicht pauschal sagen, welcher Pflegegrad nach einem Schlaganfall zusteht, da dies von der individuellen Beeinträchtigung der Selbstständigkeit abhängt. 

Vermeiden Sie typische Fehler bei der Pflegegrad-Einstufung

Lassen Sie Ihre Angaben kurz prüfen – bevor die Pflegekasse entscheidet.

Fahrplan zum richtigen Pflegegrad
Vorbereitung auf den Gutachtertermin
Weniger Stress mit der Pflegekasse
Einschätzung starten


Häufige Fragen zur Pflege nach einem Schlaganfall

Wie schnell sollte der Pflegegrad nach einem Schlaganfall beantragt werden?

Je früher, desto besser, um finanzielle Unterstützung und Pflegeleistungen schnell zu erhalten.

Kann der Pflegegrad im Laufe der Zeit angepasst werden?

Ja, bei Veränderungen im Zustand des Betroffenen kann eine Höherstufung beantragt werden.

Woran erkennt man einen Schlaganfall?

Symptome können plötzliche Schwäche, Sprach- und Sehstörungen, Verwirrtheit und Lähmungen sein. Mittels des FAST-Test kann ein Schlaganfall entdeckt werden.

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