Pflegegrade11. Juni 2024

Parkinson: Symptome, Therapie und Unterstützungsmöglichkeiten

Parkinson ist eine Erkrankung des Gehirns. Informationen über Symptome, Therapie und Unterstützungsmöglichkeiten, erhalten Sie hier.

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Sina

Pflege-Expertin | Pflegewächter

Morbus Parkinson, oder auch Parkinson-Krankheit, ist eine fortschreitende neurologische Störung und wirkt sich weltweit tiefgreifend auf viele Leben aus. Sie ist nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt, der 1817 die Krankheit erstmalig beschrieb. Nach Alzheimer ist sie die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Welche Symptome, Therapien und Unterstützungsmöglichkeiten es für diese Erkrankung gibt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Der Einfluss von Dopamin auf die Parkinson-Krankheit

Parkinson ist durch das Absterben von Nervenzellen, insbesondere in der Substantia Nigra des Gehirns, gekennzeichnet. Diese Zellen der Substantia Nigra produzieren den Botenstoff Dopamin, der für die Regulierung der Bewegungen des Körpers notwendig ist. Der Mangel an Dopamin führt zu den typischen Symptomen der Krankheit.

Ursachen von Parkinson: Syndrome

Die Parkinson-Krankheit wird in Abhängigkeit von ihrer Ursache in Parkinson-Syndrome unterteilt:

Das häufigste Syndrom ist das idiopathische Parkinson-Syndrom. Dieses wird auch als primäres Parkinson-Syndrom bezeichnet und beschreibt alle Fälle der Erkrankung, bei denen keine Ursache ausgemacht werden kann.

Personen mit dem genetischen Parkinson-Syndrom, haben die Erkrankung (zum Teil) geerbt und bei Menschen mit dem atypischen Syndrom liegt eine weitere neurodivergente Erkrankung vor, die die Ursache für Parkinson darstellt.

Das symptomatische Parkinson-Syndrom wird durch Ursachen, wie beispielsweise der Verletzung oder Entzündung des Gehirns ausgelöst.

Es ist sinnvoll und wichtig, mittels genauer Diagnostik zu erfahren, welches Syndrom man hat. Nur so können Symptome mit den richtigen Medikamenten behandelt werden, denn nicht alle Syndrome reagieren gleich auf die verschiedenen Medikamente.

Anzeichen und Symptome von Morbus Parkinson

Grundsätzlich können die Symptome von Parkinson in motorisch und nicht-motorisch unterteilt werden. Motorische Symptome hängen mit Muskelbewegungen zusammen.

Die häufigsten motorischen Symptome sind:

  • Bradykinese: Verlangsamung der körperlichen Bewegung

  • Tremor: Zittern, vor allem in Ruhe

  • Rigor: Steifheit der Muskeln, führt zu Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit

  • Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörung, führt z.B. zu Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen

Nicht-motorische Symptome hingegen sind unter anderem:

  • Schlafstörungen

  • Verstopfungen

  • Riechstörungen

  • Depressionen

  • Sehstörungen

Erste Symptome und Anzeichen von Parkinson können zum Beispiel Schlaf- und Riechstörungen, Verstopfungen, plötzliches Zittern am ganzen Körper, Steifheit in Armen und Beinen, und ein Verlangsamen der Bewegungen sein. Die Symptome, wie die Bewegungsstörungen, entwickeln sich langsam und können anfangs leicht übersehen werden.

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Diagnose

Um andere Diagnosen auszuschließen, wird in der Regel zuerst ein MRT oder CT vom Gehirn durchgeführt. Im nächsten Schritt erfolgen neurologische Untersuchungen, um die Symptome zu erkennen. Darauf folgen medikamentöse Tests, die die Ärztin oder der Arzt durchführt. Dabei wird überprüft, ob sich die Symptome mit der Einnahme bestimmter Parkinson-Medikamente, wie L-Dopa, auch Levodopa genannt, verbessern. Wenn dies der Fall ist, erfolgt häufig ein sogenannter DAT-Scan. Bei diesem werden die Störungen des Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn grafisch abgebildet. Ist dieser Test ebenfalls positiv, ist die Diagnose Morbus Parkinson meist bestätigt.

Behandlung von Menschen mit Parkinson: Medikamente & Therapie des Parkinson-Syndroms

Die Behandlung der Krankheit zielt darauf ab, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität zu verbessern. Dies kann durch eine Kombination von Medikamenten, Physiotherapie und Ergotherapie erreicht werden. Eine Option ist beispielsweise die Therapie mit dem Medikament L-Dopa (auch Levodopa genannt), das den Dopaminmangel im Gehirn teilweise ausgleichen kann.

In einigen Fällen kann auch eine tiefe Hirnstimulation (THS), auch Hirnschrittmacher genannt, in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn die Medikamente nicht mehr effektiv sind. Dabei werden zwei Elektroden bei einem ärztlichen Eingriff im Gehirn platziert, die elektrische Impulse an bestimmte Bereiche senden und so die Parkinson-Symptome vermindern.

Neben der medikamentösen Behandlung ist regelmäßige Bewegung und Sport ebenfalls wirkungsvoll. Vor allem Schwimmen, Joggen und Radfahren sind für Personen mit Morbus Parkinson geeignet.

Im Interview hat uns Stefan Dargel von seinem Leben mit Parkinson erzählt. Wenn Sie darüber hinaus wissen möchten, welcher Pflegegrad Menschen mit Parkinson zusteht, lesen Sie gerne diesen Artikel.

Risiko für eine Erkrankung

Das Risiko an dieser Krankheit zu erkranken ist, laut der Deutschen Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen bei Männern, mit 2 Prozent, etwas höher als bei Frauen (1,3 Prozent). Die meisten Menschen erhalten ihre Diagnose in einem Alter von rund 60 Jahren.

Verlauf von Parkinson

Parkinson verläuft bei jedem Menschen unterschiedlich. Auch innerhalb der Syndrome können sich die Symptome und Verläufe der Erkrankung von Mensch zu Mensch unterscheiden. Gleich bei allen Erkrankten ist aber, dass sich die Symptome und Beschwerden mit der Zeit verstärken und es so zum Fortschreiten der Erkrankung kommt. In der Regel verläuft Parkinson nicht in Schüben, sondern konstant. Mittels Medikamenten, lassen sich die Symptome häufig für eine längere Zeit gut kontrollieren.

Lebenserwartung bei Parkinson

Die Lebenserwartung von Personen, die von Parkinson betroffen sind, ist in der Regel nicht geringer als die von gesunden Menschen. Häufig führt der Verlauf der Erkrankung jedoch zu einer Pflegebedürftigkeit.

Zusammenfassung

Morbus Parkinson ist eine Erkrankung, die durch das Absterben von Nervenzellen in der Substantia Nigra des Gehirns und den daraus resultierenden Dopaminmangel verursacht wird. Die Krankheit äußert sich in motorischen Symptomen wie Bewegungsverlangsamung, Zittern, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsstörungen sowie in nicht-motorischen Symptomen wie unter anderem Schlafstörungen, Verstopfungen und Depressionen. Die Diagnose erfolgt in der Regel mittels MRT, oder CT, neurologischer Untersuchungen und spezifischer medikamentöser Tests. Die Behandlung umfasst Medikamente wie Levodopa, sowie Physiotherapie, Ergotherapie und in einigen Fällen eine tiefe Hirnstimulation. Der Verlauf der Krankheit und der benötigte Pflegegrad variieren stark.

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