Pflegegrade18. März 2026

Telefonische Begutachtung – Zweifelhafte Pflegegrade bei Begutachtung durch den MDK

Die telefonische Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat in Zeiten der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen.

FS

Florian Specht

Rechtsanwalt | Pflegewächter

Die telefonische Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat in Zeiten der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, wie diese Art der Begutachtung funktioniert und welche Probleme damit einhergehen können.

Ablauf der telefonischen Begutachtung durch den MDK

Vorbereitung und Fragebogen

Die telefonische Begutachtung beginnt damit, dass der MDK einen Fragebogen zusendet, der vom Versicherten und/oder der Pflegeperson ausgefüllt werden muss. Dieser Fragebogen erfasst die grundlegenden Informationen über die Pflegebedürftigkeit und die benötigten Pflegeleistungen.

Telefonische Begutachtung mit Versicherten und Pflegepersonen

Nachdem der Fragebogen ausgefüllt und an den MDK zurückgesendet wurde, findet ein Telefoninterview mit dem Versicherten und der Pflegeperson statt. Dabei werden weitere Details zur Pflegesituation, den Therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie den Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen besprochen.

Ermittlung des Pflegebedarfs durch Gutachter

Basierend auf den Informationen aus dem Fragebogen und dem Telefoninterview erstellt der Gutachter des MDK ein Gutachten. Dieses Gutachten bildet die Grundlage für die Einstufung in einen bestimmten Pflegegrad und die entsprechenden Pflegeleistungen.

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Herausforderungen und Probleme von telefonischen Pflegegutachten

Einschätzung der Pflegebedürftigkeit ohne persönliche Besichtigung

Eine der größten Herausforderungen bei der telefonischen Begutachtung ist die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit ohne persönliche Besichtigung. Der Gutachter kann sich nur auf die Informationen aus dem Fragebogen und dem Telefoninterview stützen, was zu Fehleinschätzungen führen kann, insbesondere bei Menschen mit geistigen Einschränkungen oder komplexen Pflegesituationen.

Schwierigkeiten bei der Kommunikation von Einschränkungen und Behinderungen

Ein weiteres Problem bei der telefonischen Begutachtung besteht darin, dass es schwierig sein kann, die tatsächlichen Einschränkungen und Behinderungen des Pflegebedürftigen zu vermitteln. Dies kann dazu führen, dass der Gutachter den Grad der Selbstständigkeit und den Pflegebedarf nicht korrekt einschätzt.

Relevanz von bereits vorhandenen Informationen, Bescheinigungen und Medikamentenplänen

Bei der telefonischen Begutachtung kommt den bereits vorhandenen Informationen, Bescheinigungen und Medikamentenplänen eine besondere Bedeutung zu. Diese Unterlagen sollten sorgfältig gesammelt und dem Gutachter zur Verfügung gestellt werden, um eine möglichst genaue Einschätzung der Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen.

Was passiert, wenn die Einstufung in den Pflegegrad falsch ist?

Möglichkeiten zur Überprüfung der Einstufung

Sollte die Einstufung in den Pflegegrad als falsch empfunden werden, besteht die Möglichkeit, diese Entscheidung überprüfen zu lassen. Hierfür kann ein Widerspruch gegen das MDK-Gutachten eingelegt werden. Dabei sollte dargelegt werden, inwiefern die Pflegebedürftigkeit falsch eingeschätzt wurde und welche Aspekte möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Bevor Sie Widerspruch einlegen, kann es sinnvoll sein, Ihre Situation fachlich prüfen zu lassen und die entscheidenden Punkte sauber zu dokumentieren.

Einholen von ärztlichen Stellungnahmen und zusätzlichen Unterlagen

Um den Widerspruch zu untermauern, kann es hilfreich sein, zusätzliche Unterlagen einzureichen, wie z.B. ärztliche Stellungnahmen, Arztberichte oder detaillierte Pflegetagebücher. Diese Dokumente können dazu beitragen, die tatsächliche Pflegesituation besser darzustellen und die Einstufung in den Pflegegrad zu korrigieren.

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Was ist, wenn der Pflegegrad durch den Gutachter abgelehnt wurde?

Gerade telefonisch erstellte Pflegegutachten seitens des MDKs oder seitens Medicproofs sind rechtlich angreifbar. Daher sollten Sie hier immer einen Widerspruch prüfen.

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Florian Specht ist Rechtsanwalt und begleitet Familien bei Fragen zu Pflegegrad, Pflegeleistungen und Widerspruchsverfahren. Er erklärt rechtliche Themen praxisnah und mit Blick auf den Pflegealltag.

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