Das Wichtigste kurz zusammengefasst
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Pflegegrad 3 (kurz PG 3) wird Personen zugesprochen, die eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit aufweisen.
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Antrag auf Pflegegrad wird bei zuständiger Pflegekasse gestellt.
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Personen mit Pflegegrad 3 haben Zugang zu allen Geldtöpfen der Pflegekasse.
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Die Einstufung in einen Pflegegrad ist nicht an bestimmte Krankheiten geknüpft.
Wenn Sie unsicher sind, ob Pflegegrad 3 bei Ihnen zutrifft oder ob ein anderer Pflegegrad realistischer ist, können Sie Ihren Pflegegrad prüfen lassen.
Wie wird Pflegegrad 3 beantragt?
Der Antrag auf einen Pflegegrad wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt. Dabei wird kein konkreter Pflegegrad genannt. Er kann formlos, zum Beispiel per E-Mail, Brief oder Fax an die Versicherung gestellt werden. Eine weitere Möglichkeit zur Stellung des Pflegegradantrags ist die Nutzung von Onlinediensten, wie beispielsweise Pflegewächter.
Nach Beantragung des Pflegegrads beauftragt Ihre Pflegekasse einene externen Gutachter, wie beispielsweise den MD oder Medicproof. Diese entsenden einen Gutachter, der Sie in Ihrem Zuhause begutachtet. Dabei wird eine Art Fragebogen als Begutachtungsinstrument genutzt, der Ihre Beeinträchtigung des Selbstständigkeit erfasst. Mit Hilfe des Begutachtungsinstruments, werden die Einschränkungen in sechs Bereichen des Lebens abgefragt: Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen sowie die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.
Die sechs Module sind unterschiedlich stark gewichtet, wobei das Modul Selbstversorgung mit 40 % am stärksten, während das Modul Mobilität mit 10 % am wenigsten in die Gesamtpunktezahl zählt. Das bedeutet, wenn eine Person nur Einschränkungen in der Selbstversorgung hat, bekommt sie wahrscheinlich einen höheren Pflegegrad als eine Person, die nur in ihren kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt ist.
Im Anschluss an die Begutachtung entscheidet Ihre Pflegekasse unter Berücksichtigung des Gutachtens, welcher Pflegegrad Ihnen zusteht.
Sichern Sie Ihren Pflegegrad, bevor es schwieriger wird
Ab Mai 2026 plant Berlin strengere Voraussetzungen für Pflegeantrag und Höherstufung sowie gekürzte Pflegeleistungen.
Pflegegrad 3 Voraussetzungen
Für die Einstufung in Pflegegrad 3 muss die Selbstständigkeit schwer beeinträchtigt sein. Das bedeutet, in nahezu allen der sechs Alltagsbereiche, benötigt die/der Pflegebedürftige Unterstützung.
Beispiel
Konkret könnte dies bedeuten, dass die Person regelmäßig Hilfe beim Aufstehen benötigt, Schwierigkeiten hat, mit Anderen klar zu kommunizieren, Unterstützung bei der Körperpflege und Haushaltsführung benötigt, regelmäßig an die Medikamenteneinnahme erinnert und bei der Nahrungsaufnahme unterstützt werden muss. Die Vergabe der Pflegegrade wird immer individuell bewertet, das bedeutet, die Kriterien dieser Aufzählung zu erfüllen, ist keine Garantie für Pflegegrad 3.
Wie viel mehr Geld steht Ihnen mit dem richtigen Pflegegrad zu?
Unterschied Pflegegrad 2 und 3
Im Vergleich zu Pflegegrad 2, stehen Personen, die Pflegegrad 3 erhalten haben, höhere monatliche Leistungen beim Pflegegeld, den Pflegesachleistungen und den Leistungen der vollstationären Pflege zur Verfügung.
Tabelle: Geld und weitere Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 3 2025 im Überblick
Leistungen bei Pflegegrad 3, sind neben der Geldleistung des Pflegegelds, auch Pflegesachleistungen und Verhinderungspflege. Anhand der folgenden Tabelle können Sie einsehen, welche Leistungen der Pflegeversicherung in Ihnen welcher Höhe zustehen.
| Leistung | PG 1 | PG 2 | PG 3 | PG 4 | PG 5 |
|---|---|---|---|---|---|
| Pflegegeld p.M. | – | 347 € | 599 € | 800 € | 990 € |
| Pflegesachleistungen p.M. | – | 796 € | 1.497 € | 1.859 € | 2.299 € |
| Tages- oder Nachtpflege p.M. | – | 721 € | 1.357 € | 1.685 € | 2.085 € |
| Verhinderungspflege p.a. | – | 1.685 € | 1.685 € | 1.685 € | 1.685 € |
| Kurzzeitpflege p.a. | – | 1.854 € | 1.854 € | 1.854 € | 1.854 € |
| Vollstationäre Pflege p.M. | – | 805 € | 1.319 € | 1.855 € | 2.096 € |
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131 Euro / Monat Entlastungsbetrag
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Bis zu 4.180 Euro Gesamtmaßnahme für Wohnraumanpassung
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42 Euro / Monat für Pflegehilfsmittel
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25,50 Euro / Monat für Hausnotruf
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Viele kostenlose Kurse, die den pflegenden Angehörigen Tipps an die Hand geben und so den zu pflegenden Personen effektiv weiterhelfen.
Entlastungsbetrag
Genau wie bei den anderen Pflegegraden, kann der Entlastungsbetrag in Höhe von 131 Euro pro Monat von Personen, die PG 3 erhalten haben, zum Beispiel für eine Haushaltshilfe genutzt werden.
Pflegehilfsmittel: Welche gibt es ab Erhalt des Pflegegrads 3?
Zur Unterstützung im Alltag stehen Personen, die nach SGB XI als pflegebedürtfig gelten (einen anerkannten Pflegegrad haben) montalich bis zu 42 Euro für verschiedene Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zur Verfügung. Diese Hilfsmittel sind beispielsweise Einmalhandschuhe, Bettschutzeinlagen oder Desinfektionsmittel und unterscheiden sich nicht nach Pflegegraden.
Pflegegeld Pflegegrad 3: Wie viel kann ich bekommen und wofür darf ich es verwenden?
Bei PG 3 stehen Ihnen bis zu 599 Euro pro Monat an Pflegegeld zu. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich in häuslicher Pflege befinden und keine Pflegesachleistungen beziehen. Sollten Sie neben dem Pflegegeld auch Pflegesachleistungen benötigen, können Sie Kombinationsleistungen beantragen.

Pflegesachleistung Pflegegrad 3: Welche stehen Pflegebedürftigen zur Verfügung?
Pflegesachleistungen sind spezifische Dienstleistungen, die von einem ambulanten Pflegedienst erbracht werden. Sie können zur Unterstützung oder Übernahme der häuslichen Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst genutzt werden und betragen bis zu 1.497 Euro pro Monat. Pflegebedürftige, die überwiegend von Privatpersonen im häuslichen Umfeld gepflegt werden und nur einen Teil des Budgets der Pflegesachleistung benötigen, können Kombinationsleistungen beantragen.
Tages- oder Nachtpflege
Die Tages- oder Nachtpflege ermöglicht es Menschen, die Pflege benötigen, während des Tages oder in der Nacht in einer dafür vorgesehenen Einrichtung versorgt zu werden. Bei Pflegegrad 3 stehen Personen hierfür monatlich bis zu 1.357 Euro zur Verfügung. Diese Art der Betreuung ermöglicht, dass Menschen, die insbesondere tagsüber oder nachts einen erhöhten Pflegebedarf haben, weiterhin in ihrem eigenen Zuhause leben können.
Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege Pflegegrad 3
Diese beiden Pflegeformen bieten temporäre Entlastung für pflegende Angehörige. Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege sind wichtige Optionen für die Unterstützung von pflegebedürftigen Personen sowie vor allem deren pflegenden Angehörigen. Beide Leistungen sind Teil der gesetzlichen Pflegeversicherung und zielen darauf ab, pflegende Angehörige zu entlasten und Übergangslösungen zu bieten, wenn die reguläre Pflege temporär nicht möglich ist.
Verhinderungspflege kann beantragt werden, wenn die pflegende Hauptperson aufgrund von Urlaub, Krankheit oder anderen Gründen verhindert ist. In dieser Zeit können andere Personen die Pflege übernehmen, darunter nahe Verwandte, Freunde, professionelle Pflegedienste oder auch ehrenamtliche Helfer. Das Ziel der Verhinderungspflege ist es, die Pflege sicherzustellen, wenn die übliche Pflegeperson kurzfristig ausfällt. Die Tage, an denen Verhinderungspflege in Anspruch genommen wird, können flexibel über das Jahr verteilt werden. Sie kann aber auch an einem Stück beansprucht werden.
Kurzzeitpflege ist eine temporäre Unterbringung in einer spezialisierten Einrichtung, wenn die häusliche Pflege vorübergehend nicht sichergestellt werden kann, beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt oder bei einer akuten Verschlechterung des Gesundheitszustandes der pflegebedürftigen Person. Das Ziel der Kurzzeitpflege ist es, eine Überbrückung in bei zeitweiliger Unmöglichkeit der häuslichen Pflege (beispielsweise aufgrund besonderer pflegerischer Anforderungen nach einer Operation) zu bieten.
Seit Juli 2025 sind die Budgets der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege in einem gemeinsamen Jahresbetrag zusammengefasst. Pro Jahr können Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 für beide Leistungen insgesamt bis zu 3.539 Euro in Anspruch nehmen. Beide Ersatzpflegeformen können bis zu 8 Wochen im Jahr beansprucht werden.
Zusammengefasst können Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege genutzt werden, um unterschiedliche Bedürfnisse abzudecken: Verhinderungspflege greift ein, wenn die reguläre Pflegeperson verhindert ist, die Pflege aber weiterhin im häuslichen Umfeld stattfinden kann, während Kurzzeitpflege dann notwendig wird, wenn eine häusliche Pflege temporär nicht möglich ist.
Vollstationäre Pflege
Für die vollstationäre Pflege stehen Personen, die in Pflegegrad 3 eingestuft wurden, 1.319 Euro monatlich zur Verfügung. Leistungen der vollstationären Pflege können nur beantragt werden, wenn die Person in einem Heim oder ähnlichem lebt und dort vollzeit gepflegt wird.

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Stellen Sie sicher, dass bei Pflegegrad 3 kein Pflegebudget verloren geht
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Pflegegrad 3 Zeitaufwand Tabelle
Der tägliche Pflegeaufwand kann erheblich sein. Wir legen dar, wie viele Stunden typischerweise benötigt werden und welche Unterstützungen zur Verfügung stehen, um diesen Aufwand zu bewältigen.
| Pflegeaktivität | Stunden pro Woche | Beschreibung |
|---|---|---|
| Körperpflege | 7-10 Stunden | Hilfe beim Baden, An- und Ausziehen, Körperhygiene |
| Ernährung | 5-7 Stunden | Zubereitung von Mahlzeiten, Hilfe beim Essen |
| Mobilität | 4-6 Stunden | Unterstützung beim Aufstehen, Gehen, Umlagern |
| Medizinische Versorgung | 2-4 Stunden | Medikamentengabe, Verbandwechsel, etc. |
| Kognitive und soziale Betreuung | 3-5 Stunden | Begleitung, Gespräche, Gedächtnisübungen |
| Hauswirtschaftliche Hilfe | 3-5 Stunden | Einkaufen, Reinigung, Wäschepflege |
Tabelle: Möglicher Zeitaufwand der Pflege bei Pflegegrad 3
Fallbeispiel Pflegegrad 3
Johanna, eine 76-jährige ehemalige Lehrerin, wurde kürzlich von Pflegegrad 1 auf Pflegegrad 3 hochgestuft, da ihre Demenzsymptome sich verstärkten. Ihre Fähigkeit, alltägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen, hat sich deutlich verschlechtert. Sie kann sich oft nicht erinnern, ob sie ihre Medikamente eingenommen hat, und findet sich in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr gut zurecht. Selbst einfache Tätigkeiten wie das Ankleiden oder die Zubereitung von Mahlzeiten stellen große Herausforderungen für sie dar.
Roland, Johannas Ehemann, steht ihr täglich zur Seite, findet aber die zunehmenden Pflegeanforderungen immer schwieriger zu bewältigen. Seit Johannas Zustand sich verschlechtert hat, unterstützt ein ambulanter Pflegedienst das Paar. Der Pflegedienst kommt zweimal täglich vorbei, um Johanna bei der Körperpflege zu helfen und sicherzustellen, dass sie ihre Medikamente korrekt einnimmt. Sie bieten auch leichte Haushaltshilfe an, was Roland eine enorme Erleichterung im Alltag bringt.
Um Roland weitere Entlastung zu bieten und Johanna soziale Interaktion zu ermöglichen, besucht Johanna an drei Tagen in der Woche eine Tagesbetreuungseinrichtung. Diese Tage in der Tagesbetreuung sind für Johanna sehr wertvoll, da sie dort aktiv an sozialen Aktivitäten teilnimmt, die speziell darauf ausgerichtet sind, ihre geistige Gesundheit zu fördern und ihr Wohlbefinden zu steigern. Diese regelmäßigen Besuche geben Roland zudem die Möglichkeit, sich um eigene Angelegenheiten zu kümmern oder einfach nur zu entspannen, was für seine eigene Gesundheit und sein Wohlbefinden von großer Bedeutung ist.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Pflegegrad 3 steht Personen zu, die eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit aufweisen.
Der Antrag auf Pflegegrad wird bei der entsprechenden Pflegekasse gestellt. Nach Begutachtung durch einen Gutachter, Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen und Entscheidung der Kasse, kann Pflegegrad 3 zugesprochen werden. Häufig werden Pflegebedürftige bei diesem Grad der Selbstständigkeit noch zu Hause gepflegt. Dafür werden zumeist die Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch genommen, die über die Pflegesachleistungen abgerechnet werden können. Vollstationäre Pflege ist bei PG 3 allerdings auch möglich. Pflegebedürftige mit gestiegenem Pflegebedarf, denen die bisherigen Leistungen nicht mehr ausreichen, können jederzeit einen Antrag auf Höherstufung stellen. Sofern die Voraussetzungen für die Einstufung erfüllt sind, stehen die Chancen gut einen höheren Pflegegrad zu erhalten.
Die Einstufung in einen Pflegegrad ist nicht an bestimmte Krankheiten geknüpft. Dementsprechend kann PG 3 ohne Demenz vergeben werden.
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Über den Autor
Sina
Pflege-Expertin | Pflegewächter
Sina begleitet Familien bei Fragen rund um Pflegegrad, Pflegeleistungen und Vorsorge. Sie bereitet komplexe Themen verständlich auf und zeigt, welche Unterstützung im Pflegealltag möglich ist.
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